Forschungsschwerpunkte

Psychoanalyse und Musik

Seit meinem Psychologiestudium fasziniert mich die Möglichkeit, sich begrifflich der Musik anzunähern. Seit 1990 veröffentliche ich zu diesem Thema. In letzter Zeit konzentriert sich meine Arbeit um das Konzept der kinästhetischen Semantik. Mit diesem Begriff beschreibe ich den Modus der Bildung und Transformation von Bedeutung innerhalb der Musik. Da mit der Musik eine bestimmte frühe und archaische Form der psychischen Organisation korrespondiert, hat dieser Begriff auch Implikationen für klinische Themen.
Es freut mich, dass dieser Begriff nicht nur innerhalb der Psychoanalyse, sondern auch in angrenzenden Fachgebieten (Musikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Körpertherapie, Kinder und Jugendlichenpsychotherapie) auf Interesse stößt. In meinem letzen Buch, Schönheit und Konflikt, geht es um eine Verallgemeinerung dieses Konzept. Ausgehend von dem Gedanken, dass die innerhalb der Musik beschriebenen Prozesse die Mechanismen der Wahrnehmung beschreiben und die kinästhetische Logik der Wahrnehmung auch andere Felder der Kunst betrifft, unternehme ich den Versuch, eine allgemeine psychoanalytische Ästhetik zu entwerfen.

Lacan und Intersubjektivität

Über längere Zeit, vor allem in Paris, habe ich mich intensiv mit der Psychoanalyse Lacans auseinandergesetzt. Noch heute faszinieren mich viele Einsichten und Perspektiven dieses letzten Giganten der Psychoanalyse auch wenn ich seine Behandlungstechnik als patriarchal und beziehungsfern ablehne. Ich sehe jedoch die Möglichkeit, im Rahmen der intersubjektiven Theorie wichtige Momente seiner Theorie, insbesondere den Begriff des Begehrens, neu zu diskutieren und behandlungstechnisch fruchtbar zu machen.